Interview mit Heinz-Werner Schmidt

Heinz-Werner Schmidt, seit August 2018 neuer Geschäftsführer der August Brötje GmbH. Bild: August Brötje GmbH, Rastede

Die ersten Tage an der Brötje Unternehmensspitze: Was wird sich ändern?

Seit Anfang August 2018 ist Heinz-Werner Schmidt neuer Geschäftsführer der August Brötje GmbH mit Sitz in Rastede. Der 57-jährige kann bereits auf eine langjährige Erfahrung auf Geschäftsführer- und Leitungsebene bei namhaften Unternehmen zurückblicken. Nun setzt er seinen Weg im hohen Norden fort. Was wird sich im Unternehmen kurz- sowie langfristig ändern? Wird es neue Impulse geben? Wir sprachen mit ihm darüber.

Herr Schmidt, Sie sind seit kurzem Geschäftsführer der August Brötje GmbH. Was hat Sie bewogen, diesen Posten anzunehmen? Wenn ich recht informiert bin, haben Sie in Rastede Ihre Heimat.

Heinz-Werner Schmidt: Ja, das stimmt – zumindest ein wenig. Ich bin in Daaden im Landkreis Altenkirchen im Westerwald geboren. Allerdings habe ich bereits vor gut 10 Jahren meinen privaten Lebensmittelpunkt in das Ammerland verlagert. Hier in Rastede fühle ich mich sehr wohl. Daher bin ich mit meiner Wahlheimat sehr glücklich und bereue diese Entscheidung nicht.

Das ich darüber hinaus die Kandidatensuche zur Nachbesetzung der Geschäftsführerposition bei der August Brötje GmbH in Rastede für mich entscheiden konnte und nun den Luxus habe, seit August diesen Jahres auch am Firmenstandort zu wohnen ist für mich einfach nur großartig.

Doch nicht nur der Standort hat mich zu diesem Schluss bewogen. Vielmehr waren es die inhaltlichen Themen, die diese Aufgabe ausmachen. Ein produzierendes Unternehmen in der Heizungstechnik führen zu dürfen, welches in 2019 auf ein hundertjähriges Bestehen zurückblicken kann, eine hohe Markenstrahlkraft besitzt und ein so breites Produktportfolio über den dreistufigen Vertriebsweg anbietet, umfasst quasi alles, was ich in meiner 25-jährigen Branchenzugehörigkeit in unterschiedlichen Positionen bei anderen namenhaften Herstellern erlebt habe. Das Stellenprofil hat also zu 100 % mit meinem Persönlichkeitsprofil übereingestimmt. Wenn man so möchte ein „Lucky Shot“, wie man ihn nicht so oft im Leben erlebt.

 

Das hört sich nach besten Voraussetzungen an. Was reizt Sie besonders an den Aufgaben, die Sie hier erwarten?

Heinz-Werner Schmidt: Wie schon zuvor erläutert sind mir die Produkte, die Marktzugänge, die Marktmechanismen und die Branchenstrukturen bestens bekannt. Nun gilt es für mich das Vertrauen der Brötje Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu gewinnen. Ganz nach dem Motto, der Kapitän ist immer nur so gut, wie seine Mannschaft. Allerdings habe ich hier keine Bedenken. Die Mentalität der Ammerländer kommt mir sehr entgegen und passt zu meiner eigenen. Die Denkweise ist gradlinig und unkompliziert. Das ist besonders wichtig bei den zukünftigen Herausforderungen, die uns erwarten. Zu nennen wäre hier die Energiewende, die Digitalisierung, aber auch der Fachkräftemangel und vieles mehr. Wir werden zukünftig wesentlich schneller mit Veränderungen umgehen müssen als bisher. Dafür braucht es ein Team, was motiviert ist, zusammenhält und engagiert diesen Weg mitgeht. Anders geht es nicht.

 

Das bringt mich zu meiner nächsten Frage. Aus Ihrer Aussage schließe ich, dass Sie Brötje inzwischen kennenlernen konnten. Wie nehmen Sie das Unternehmen bisher wahr? Sind Kursänderungen zu erwarten?

Heinz-Werner Schmidt: Nach meinen ersten 90 Tagen kann ich in jedem Fall sagen, das hier bei Brötje kompetente und leistungsfähige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am Werk sind, die eine großartige Unternehmenskultur gestaltet haben und diese auch leben. Darauf kann jeder hier stolz sein. Dennoch ist nichts beständiger als der Wandel. Davor kann sich kein Unternehmen schützen und auch wir müssen uns darauf vorbereiten. Unser Unternehmen wird im nächsten Jahr 100 Jahre alt. Selbstverständlich wollen wir auch die nächsten 100 Jahre erreichen. Dazu gilt es aber stetig an den Stellschrauben zu drehen. Soll heißen, wir müssen uns den zukünftigen Erfordernissen am Markt anpassen, die auf uns zukommen. Im Bereich der Produkte müssen wir uns beispielsweise auf eine Elektrifizierung der Branche einstellen. Gerade der Produktbereich Wärmepumpe wird sich in den nächsten Jahren überdurchschnittlich im Markt entwickeln. Darauf bereiten wir uns vor.

 

Da Sie es gerade angesprochen haben: Im nächsten Jahr steht für Brötje das 100-jährige Jubiläum an. Was genau ist geplant?

Heinz-Werner Schmidt: Auf diesen Geburtstag freuen wir uns natürlich alle sehr. 100 Jahre mit der Branche verwurzelt zu sein, ist ein Highlight. Dieses Jubiläum möchten wir natürlich auch nutzen, um uns bei allen zu bedanken, die das überhaupt möglich gemacht haben. Da wären zum einen all unsere Kunden zu nennen, zum anderen natürlich auch die Kollegen und Kolleginnen, die uns in dieser Zeit tatkräftig unterstützt haben. Dafür haben wir im nächsten Jahr ein Feuerwerk an Aktionen geplant. Wir haben uns entschieden nicht nur den Tag der Gründung gebührend zu feiern, sondern das ganze Jahr mit Veranstaltungen zu begleiten. Im Juni werden wir beispielsweise am Standort Rastede ein gesamtes Wochenende dem Jubiläum widmen. Am Freitag den 14.06. werden wir geladene Gäste aus Wirtschaft und Politik bei uns begrüßen. Auch diverse Verbände, wie der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie sowie der Bundesverband Wärmepumpe und Innungsvertreter werden erwartet. Am nächsten Tag folgt eine Feier für alle aktiven „Brötjaner“ und deren Familien. Am Sonntag den 16. Juni steht dann ein Tag der offenen Tür an. Hier haben ehemalige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie alle Interessierte die Möglichkeit, sich den Standort und unsere gläserne Fabrik mal genauer anzusehen. Mit diesem 3-Tage-Marathon möchten wir alle abholen und an dem Jubiläum teilhaben lassen.

Selbstverständlich haben wir auch die ISH nicht vergessen, die im nächsten Jahr stattfindet. Unser Messeauftritt wird ganz im Zeichen des Jubiläums stehen. Darüber hinaus richten wir eine eigene Ausstellungsreihe aus. Sie wird unter dem Namen Expo 100 laufen. An 10 Veranstaltungstagen werden wir gemeinsam mit unserem Vertriebspartner, dem Fachgroßhandel, pro Termin 250 Kunden einladen, um ihnen den Standort Rastede vorzustellen. Hintergrund ist, dass Kunden, die beispielsweise im Süden wohnen, meist nur den Außendienstmitarbeiter kennen. An diesen Tagen wollen wir ihnen zeigen, was alles noch hinter dieser Person steht - eine engagierte Brötje Mannschaft mit 500 Leuten, über alle Bereiche, alle Funktionsebenen bis zur Geschäftsführung.

 

Sicherlich werden neben dem Jubiläum auch Produkte eine Rolle auf der ISH spielen. Möchten Sie dazu auch etwas sagen?

Heinz-Werner Schmidt: Selbstverständlich gerne. Brötje bietet ein vollständiges Produktportfolio an Wärmepumpen für die Nutzung der verfügbaren Wärmequellen Erdreich, Außenluft und Wasser an, welches wir zur wichtigsten Branchenmesse präsentieren werden. Darüber hinaus zeigen wir unsere aktuellen bodenstehenden und wandhängenden Wärmeerzeuger für den Einsatz der fossilen Energieträger. Unter anderem haben wir die Intelligenz in den Wärmeerzeugern erhöht indem beispielsweise eine automatische Erkennung der Gasart zu einer elektronischen Verbrennungsoptimierung führt, ohne dass der Heizungsfachmann ein Bauteil dazu austauschen muss. Ein weiterer Schwerpunkt des Messeauftritts wird der Themenblock Kunden-Services einnehmen und last but not least wagen wir einen Blick in die Zukunft – aber mehr möchte ich noch nicht dazu verraten. Lassen Sie sich überraschen.

 

Das hört sich nach einem spannenden Jahr an. Lassen Sie uns einen Blick in die Zukunft werfen: Wo sehen Sie sich persönlich in 5 Jahren? Was ist Ihr persönliches Ziel bezogen auf die Arbeit bei Brötje?

Heinz-Werner Schmidt: Eine interessante Frage. Selbstverständlich sehe ich mich in 5 Jahren immer noch an der Spitze der August Brötje GmbH. Zudem sehe ich die Marke in einer besseren Marktposition, da wir uns mit neuen Technologien den zukünftigen Herausforderungen stellen sowie unser Produkt- und Service-Angebot entsprechend erweitern werden. Was an dieser Stelle noch eine wichtige Rolle spielt, ist, dass die Marke Brötje Teil der BDR Thermea Gruppe ist. Damit haben wir einen starken Rückhalt, wenn es darum geht, unsere Position in Europa zu festigen und weiter auszubauen. Wir als Gruppe haben ambitionierte Ziele, an denen wir gemeinsam arbeiten.

 

Eine letzte Frage, da Sie die BDR Thermea Gruppe ansprechen: Ist zu erwarten, dass sich Aufgrund der Gruppenzugehörigkeit etwas an der Ausrichtung in Deutschland ändert?

Heinz-Werner Schmidt: Davor brauchen unsere Kunden und unsere Mitarbeiter keine Angst haben. Das Aufrechterhalten der Marke Brötje ist gesetzt. Ich gebe dazu mal ein Beispiel. Schauen sie sich zum Beispiel einen  Automobilkonzern wie VW an, bei dem eine Mehrmarkenpolitik betrieben wird. Jede Marke hat ihre Stärken/USP‘s und ihre Zielkundengruppen in den verschiedenen Märkten. So verhält es sich auch bei BDR Thermea. Wir sind im europäischen Markt mit vielen Marken aktiv vertreten. Baxi, Brötje, De Dietrich, Remeha, Baymak und Chappee. In Deutschland ist Brötje Heizung jedoch die bekannteste und ethablierteste Marke aus der BDR Thermea Gruppe. Dies soll nicht so bleiben – sondern noch weiter verbessert werden!

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